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MirrorLink, mySPIN, Smart Device Link oder OpenCar

Ein Überblick über die besten Smartphone-Connectivity Systeme fürs Auto

Im Auto tobt eine wilde Schlacht zwischen Google, Apple und den Automobilherstellern! Mit Android Auto und CarPlay versuchen Google und Apple den Innenraum des Autos zu erobern. Derzeit spielen die OEMs noch mit, suchen aber gleichzeitig nach attraktiveren eigenen Lösungen, um Smartphone und Auto miteinander zu verbinden. Dies sollen Technologien wie mySPIN, Smart Device Link oder MirrorLink ermöglichen. Wir haben sie ausprobiert, alles auf Video dokumentiert, und stellen außerdem den Newcomer OpenCar vor.

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Der spannende Clash-of-Cultures

Im Wesentlichen lassen sich drei verschiedene Philosophien unterscheiden:

  1. Spiegle den Inhalt des Smartphones 1:1 ins Auto.
  2. Passe das Layout der App so an, dass sie optimal im Auto dargestellt wird.
  3. Vergiss das Smartphone, bau eine App nur fürs Auto!

Hier treffen die unterschiedlichen Kulturen und Interessen der App-Entwickler einerseits und der Automobilindustrie andererseits aufeinander. Ein spannender Clash-of-Cultures!

  • App Entwickler möchten mit minimalem Aufwand attraktive Apps bauen und damit ein möglichst großes Publikum erreichen. Sie müssen bereits zwei Plattformen (Android & iOS) sowie jeweils viele Displaygrößen (Handy, Tablet) unterstützen. Für weitere Plattformen zu programmieren bedeutet Aufwand in Zeit und Geld. In Relation zur Zahl der Smartphones sind die Autos eines einzigen Herstellers auch eher eine kleine Größenordnung und somit auf den ersten Blick nicht so attraktiv.
  • Auf der anderen Seite steht die Automobilindustrie: Sie möchte ihre Autos möglichst attraktiv machen und eine gute Integration des Smartphones wird dabei immer wichtiger. Viele OEMs scheuen sich aber, ihre immer größer werdenden Displays Apps wie Facebook, TripAdvisor oder gar Apple oder Google zu überlassen. Einige OEMS gehen daher dazu über, eigene Apps zu bauen, die perfekt ins Design ihrer Automarke eingepasst sind.

Neben den Platzhirschen von Apple und Google gibt es einige weitere spannende Technologien, die teilweise schon deutlich länger im Markt sind. Es ist hier gut zu beobachten, wie verschiedene Technologien entwickelt, ausprobiert und teilweise wieder verworfen werden.

In diesem Artikel teilen wir unsere Erfahrungen mit MirrorLink, mySPIN, Smart Device Link und OpenCar. Wir erläutern in kurzer Form die technischen Konzepte und unsere Erfahrungen bei der Entwicklung und der Nutzung im Auto.


MirrorLink

MirrorLink ist das Produkt des CarConnectivity Consortiums, zu dem sich einige OEMs zusammengeschlossen haben, u.a. VW, Honda und Peugeot.

MirrorLink basiert auf einer Technologie, die auch in Remote-Desktop Software verwendet wird. Der Bildschirminhalt des Smartphones wird per Kabel zum Auto übertragen, Berührungen auf dem Touchscreen zurück ans Smartphone. MirrorLink-Apps müssen zunächst von autorisierten Stellen geprüft und freigegeben werden bevor sie im Auto genutzt werden können. Hat eine App diese Hürde genommen, kann sie in allen MirrorLink-fähigen Fahrzeugen genutzt werden. Leider kann MirrorLink nur mit ausgewählten Android-Smartphones genutzt werden.

Wenig Modifikation in der App nötig

Zuallererst muss die App über einen Landscape-Modus verfügen und in diesem dargestellt werden, sobald sie MirrorLink nutzt. In der App selbst müssen nur wenige Modifikationen vorgenommen werden. Dazu gehört die Integration einer MirrorLink-Library an zentraler Stelle der App. Diese übernimmt dann die Übertragung des Bildschirminhalts ans Auto. Außerdem muss die App ein MirrorLink-Zertifikat erhalten, das sie als offiziell freigegebene App ausweist. Das Zertifikat muss vom Entwickler für jede Version der App neu erstellt werden.

Connectivity MirrorLink
MapTrip Navigation auf einem Display mit MirrorLink

Wenn man weiß wie es geht, ist dies mühelos umzusetzen. Leider ist es nicht immer einfach, sich in der Dokumentation zurechtzufinden. Ohne fremde Hilfe ist es eine echte Herausforderung, auf der MirrorLink-Seite bzw. auf den Seiten des Car Connectivity Consortiums aus der Vielzahl der Dokumente diejenigen auszuwählen, die wirklich weiterhelfen.

Lassen Sie sich davon nicht entmutigen! Wir haben uns bereits durch den Wust an Dokumenten gekämpft und stellen unser Wissen gerne auch anderen Softwareherstellern zur Verfügung. Dazu haben wir die wichtigsten Infos in einer Anleitung zusammengestellt, mit der Sie Ihre App leicht für MirrorLink anpassen können.

Anleitung herunterladen

Sobald MapTrip mit MirrorLink im Auto lief, waren die Ergebnisse in unseren Tests wirklich erfreulich: Die App wird originalgetreu dargestellt, ohne im Layout verändert zu sein und lässt sich gut bedienen.

Aufwändige und teure Zertifizierung

Eigentlich wäre die Smartphone-Auto Welt damit perfekt. Leider haben die MirrorLink-Erfinder aber die Idee der App-Zertifizierung geboren. Bevor eine MirrorLink-App veröffentlicht wird, muss sie von einer autorisierten Stelle geprüft werden. Bei der Zertifizierung wird geprüft, ob die App „automotivetauglich“ ist: Sind die Kontraste ausreichend, ist die App bedienbar ohne zu sehr vom Fahren abzulenken, sind die Schriften groß genug und lesbar usw.?

Die Zertifizierung selbst ist in mehreren Stufen verfügbar. Stufe eins erlaubt die Nutzung der App im stehenden Auto. Der Sinn dieses Nutzungsszenarios erschließt sich uns allerdings nicht. In der nächsten Stufe darf die App auch während der Fahrt genutzt werden. Weitere Stufen zertifizieren die App zur Nutzung in den USA bzw. in Japan. In jedem Fall ist für die Zertifizierung ein vierstelliger Eurobetrag fällig.

Unsere MapTrip Navigations-App funktioniert nach unseren eigenen Tests mittlerweile prima und sieht auch im Auto richtig schick aus. Nun steht die Zertifizierung an und wir sehen dem Ergebnis mit Spannung entgegen: In bestimmten Auflösungen sind einige Schriften in MapTrip wohl etwas kleiner als in der Spezifikation gefordert. Dies anzupassen würde einen nicht unerheblichen Aufwand erfordern. Hier droht ein Rattenschwanz von Anpassungen. Deshalb lassen wir es einfach mal drauf ankommen und sind auf das Ergebnis gespannt!

Mehr Infos zu MirrorLink finden Sie hier:
Car Connectivity Consortium
MirrorLink


mySPIN

Die Technologie mySPIN von Bosch hat den großen Vorteil, sowohl iOS- als auch Android-Apps mit dem Auto zu verbinden! Die Anwendung wird auf den Bildschirm des Fahrzeuges gespiegelt und fahrergerecht angezeigt. Die App kann das GPS- sowie die Lautsprecher des Autos nutzen.

Eine mySPIN-App erhält außerdem Signale, wenn z.B. die Lenkradtasten des Autos gedrückt werden. So lässt sich eine neue Steuerung der App im Auto entwickeln, die besonders ablenkungsarm ist und echte Mehrwerte gegenüber der Nutzung direkt auf dem Smartphone bietet. Wir würden uns lediglich noch mehr Daten aus dem Auto wünschen, z.B. wie voll der Tank noch ist oder die Restreichweite des Fahrzeugs.

Connectivity MapTrip Tankstellenempfehlung
MapTrip Tankstellenempfehlung auf mySPIN

Anders als MirrorLink überträgt mySPIN den Bildschirminhalt des Smartphones nicht 1:1 ins Auto sondern optimiert das Layout automotivegerecht. Die Dialoge der App werden im Querformat dargestellt und teilweise im Layout durch das System an das Autodisplay angepasst. Hier können Anpassungen durch den Entwickler notwendig werden.

Ähnlich wie bei MirrorLink gibt es für mySPIN umfangreiche Layoutregeln, die Kontraste, Größen von Buttons usw. betreffen. Diese gilt es zu beachten. mySPIN wird von Bosch SoftTec entwickelt. Hier finden sich Informationen und Dokus und hier wird schließlich auch die Einhaltung der Gestaltungsregeln geprüft.

Zusätzliche Launcherapp der OEMs nötig

Zur Nutzung von mySPIN-Apps im Auto ist zunächst eine sog. Launcherapp erforderlich. Diese stellt die Verbindung zum Fahrzeug her und muss daher neben der eigentlichen mySPIN-App auf dem Handy installiert sein. Die Launcherapp wird vom OEM zur Verfügung gestellt. Um mySPIN-Apps in unserem Land Rover Discovery nutzen zu können, mussten wir also zunächst die „Land Rover InControl Apps“ App installieren. Eine vergleichbare App gibt es auch von Jaguar, die ebenfalls mySPIN verwenden. Über diese Launcherapps regeln die OEMs auch, welche mySPIN-Apps sie zur Nutzung im Fahrzeug zulassen. Eine mySPIN-App ist also nicht automatisch im Auto nutzbar sondern muss zunächst vom jeweiligen OEM freigegeben werden. Ein wichtiger Unterschied z.B. zu MirrorLink!

mySPIN für Android UND iOS

Die mySPIN Technologie ist für Android und iOS verfügbar. Grundsätzlich ist das ein großer Vorteil, gibt es doch von fast jeder ernst zu nehmenden App sowohl eine Android- als auch eine iOS-Variante. Die gegenwärtige mySPIN-Version benötigt wie MirrorLink eine Kabelverbindung zwischen Smartphone und Auto. Möglicherweise wird dies aber in einer späteren Version durch eine WLAN-Verbindung ersetzt.

mySPIN fähige Apps jetzt auch für Fahrzeuge mit MirrorLink

Seit neuestem bietet Bosch SoftTec auch eine Lösung zur Nutzung von mySPIN-fähigen Apps in MirrorLink ausgestatteten Fahrzeugen an. Das ganze geschieht über einen Hardware-Adapter, der vom OEM spezifiziert werden muss. Über diesen Ansatz haben Fahrer nicht nur Zugriff auf das umfangreiche mySPIN-App-Portfolio, es können auch iPhones, zu denen MirrorLink nicht kompatibel ist, angeschlossen und im Fahrzeug genutzt werden.

MapTrip Killerkurven Connectivity
infoware Killerkurven-App für Motorräder auf Basis von mySPIN

mySPIN für Motorräder

mySPIN ist als mySPIN for 2-Wheeler seit neuestem auch für Motorräder verfügbar. Hier hilft mySPIN for 2- Wheeler dem Entwickler enorm, eine gute Usability auf dem Bike zu erreichen. Denn das Smartphone lässt sich natürlich mit dicken Handschuhen und während der Fahrt nicht bedienen. Verfügt das Motorrad über eigene Tasten, dann könnten diese auch zur Steuerung der App benutzt werden. Hier zeigt Bosch einen guten Weg mit mySPIN for 2-Wheeler auf, denn der Funktionsumfang der App und die Nutzbarkeit überhaupt wird so dramatisch verbessert.

Wir haben dies mit unserer "Killerkurven"- App demonstriert. Die Anwendung warnt Motorradfahrer vor besonders gefährlichen Kurven durch eine Warnung im Display des Motorrades. Dazu läuft eine App auf dem Handy und überwacht die Fahrt. Nähert man sich einer Killerkurve, kann mittels mySPIN for 2-Wheeler eine entsprechende Warnung ausgegeben werden. So macht Smartphone-Car Integration, pardon Smartphone-Bike Integration, Spaß!

Mehr Infos zu mySPIN finden Sie hier:
BOSCH mySPIN


Smart Device Link / AppLink / Sync

Wer sich mit Smart Device Link (SDL) beschäftigt, stolpert bald über ein paar Begriffe, die hier kurz eingeordnet werden: Smart Device Link ist eine Open-Source-Software zur Verbindung von Smartphone und Auto. Die Entwicklung von SDL wird in erster Linie von Ford bzw. seinem Tochterunternehmen Livio vorangetrieben. Die Ford-spezifische Ausprägung dieser Technologie trägt den Namen AppLink. Im Auto selbst kann man AppLink-Apps nur mit einem Sync-Infotainmentsystem nutzen.

Android und iOS tauglich

Derzeit ist SDL nur in Autos von Ford zu finden. Toyota setzt ebenfalls auf diese Technologie, hat allerdings noch keine entsprechenden Fahrzeuge im Markt. SDL kann sowohl von Android- als auch von iOS-Geräten verwendet werden. iOS-Geräte müssen (noch) mit dem Kabel verbunden werden, während die Verbindung bei Android auch schon per Bluetooth funktioniert.

SDL – einfache Darstellung, schnelle Entwicklung

Anders als MirrorLink und MySpin überträgt SDL nicht den Bildschirminhalt des Smartphones auf das Display des Autos. Stattdessen zeigen SDL-Apps sehr schlicht gehaltene Dialoge im Auto an. Listen und andere GUI-Elemente sind ohne Layout-Brimborium gehalten und bieten wenig bis keinen Raum zur individuellen Gestaltung. Grafiken können nur in sehr einfacher Form eingebunden werden. Was zunächst negativ klingen mag, hat aber auch handfeste positive Seiten: Eine SDL-App ist im Handumdrehen implementiert, denn über aufwändiges Layout und Design muss man sich keine Gedanken machen. Das eigene Layout einer App geht dabei aber definitiv verloren. Das mag den einen oder anderen stolzen Entwickler sehr stören.

Hilfreich: Der Sync-Simulator

Bei unserer Arbeit mit AppLink hatten wir das Glück, einen Simulator zur Verfügung gestellt zu bekommen. Dieser „Ford in der Kiste“ enthält das Sync-Infotainmentsystem sowie eine Reihe von Knöpfen und Schaltern, mit denen das restliche Auto simuliert werden kann. So kann mit einem Knopf die Zündung eingeschaltet, mit einem weiteren der Motor gestartet und mit einem dritten z.B. die Scheinwerfer eingeschaltet werden. Alles direkt auf dem Schreibtisch!

Sync-Simulator für Connectivity
Sync-Simulator erleichtert die Entwicklung

Hinzu kommt eine sehr gute Dokumentation die von Ford zur Verfügung gestellt wird. Hier finden sich auch jede Menge Codebeispiele, Anleitungen und was sonst das Entwicklerleben angenehm und produktiv macht. Hier geht Ford ähnlich konsequent auf die Entwickler zu wie Google und Apple.

Nächste Version soll Bildschirminhalte übertragen

In einer nächsten Version, soll AppLink auch die Übertragung von Bildschirminhalten zum Autodisplay unterstützen. In einer Navi-App kann das z. B. genutzt werden, um die Karte anzuzeigen. Hier vermischen sich dann wieder die verschiedenen Ansätze wie sie auch bei Mirrorlink und anderen zu finden sind.

Mehr Infos finden Sie auf:
FORD Developer Program


OpenCar

OpenCar ist das jüngste Mitglied dieser Riege und gleich aus mehreren Gründen der krasse Außenseiter. OpenCar wurde von Jeff Payne entwickelt, der das gleichnamige Unternehmen gründete, sich Venture Kapital besorgte und sich drei Jahre lang mit 25 Entwicklern einschloss, um, wie er uns sagte, „im Stealth-Modus“ ungestört arbeiten zu können. In dieser Zeit entwickelte Payne mit seiner Truppe ein sehr umfassendes System, das neben Apps z.B. auch die Komfortfeatures eines Autos steuern kann.

Anders als alle zuvor beschriebenen Systeme, kommt OpenCar völlig ohne Smartphone aus. Bei OpenCar geht es nicht darum eine Smartphone-App irgendwie ins Auto zu „übersetzen“. Vielmehr stellt OpenCar eine Umgebung bereit, in der spezielle Apps ausgeführt werden können. OpenCar Anwendungen gibt es also noch nicht, sie müssen neu entwickelt werden!

MapTrip Connectivity
Thomas Schulte-Hillen

Seit 2016 ist OpenCar Teil von INRIX

Im Jahr 2016 wurde OpenCar von der Firma INRIX gekauft. INRIX war bis dato in erster Linie bekannt als Anbieter von Verkehrs- und Parkinformationen. Heute ist OpenCar das wohl wichtigste Produkt von INRIX – und wird stetig zu einem umfassenden Software-Ökosystem ausgebaut.

infoware war als Teilnehmer auf dem 2. OpenCar Coalition Workshop in Las Vegas. Wir haben dort die erste OpenCar-App vorgestellt und unsere Erfahrungen mit den anwesenden Teilnehmern von ca. 20 verschiedenen OEMs geteilt. Dabei waren wir Zeuge, wie ein Großteil der Teilnehmer ihre ersten Informationen über OpenCar gesammelt hat.

Neue Plattform für Entwickler und OEMs

Es gibt hier viel Neues, denn OpenCar bietet nicht nur eine neue Technologie, sondern ein vollständig neues Konzept und Geschäftsmodell. Die Idee hinter OpenCar ist, Softwareanbietern und OEMs eine Plattform zu bieten, die beiden Seiten gerecht wird. Als Softwareanbieter entwickelt man eine OpenCar App sozusagen nur im Rohbau. Die App stellt man in dieser generischen Form in den OpenCar App Store ein. OEMs wählen die App im Store aus und passen sie dann selbst an das eigene Design an.

Aus der Sicht der Softwarehersteller ist das eine wichtige Voraussetzung, um das Auto als Markt attraktiv zu machen. Denn die eigene App an die unterschiedlichen Designvorgaben von Daimler, Renault oder Volvo anzupassen, ist in der Regel ein sehr aufwändiges Unterfangen. Auf der anderen Seite haben die OEMs so die Möglichkeit, aus einer (hoffentlich) großen Zahl von Apps auszuwählen und sie mit geringem Aufwand an ihr Markendesign zu adaptieren.

Technologische Einordnung

Apps für OpenCar sind im Grunde Webseiten. Sie werden mit JavaScript erstellt und nutzen HTML5 Technologien um Hardwarefunktionen wie z.B. GPS- oder Audioausgabe zu steuern. Im Gegensatz zu den anderen hier vorgestellten Technologien muss also eine ganz neue App extra für OpenCar erstellt werden. Da man auf der grünen Wiese anfängt und zielgerichtet für die Plattform arbeiten kann, ist der Aufwand aber dennoch überschaubar.

In unserem Fall konnten wir sogar vorhandenen Code aus einem HTML 5-Navi-Prototypen wiederverwenden.

Praktische Erfahrungen mit OpenCar

Unsere praktischen Erfahrungen mit OpenCar beschränken sich bis heute auf die Entwicklung und das Testen unserer App im Simulator. Die Dokumentation, der Support und der Simulator machten einen sehr guten Eindruck. Aufbauend auf unserer eigenen Navigations-API haben wir erstaunlich schnell Fortschritte gemacht und innerhalb von zwei Wochen eine einfache Navi-App auf die Beine gestellt.

Fairerweise muss man dazu sagen, dass bei anderen Technologien die Probleme oft erst anfangen, wenn man den Schritt vom Simulator ins Auto wagt. Da es noch keine Autos mit OpenCar gibt, konnten wir hier noch keine Erfahrungen sammeln.

Bewertung

OpenCar steckt noch in den Anfängen und wir waren aufgrund unseres engen Kontakts mit INRIX sicherlich in einer privilegierten Position. Dass wir als First-Mover unsere App bei der OpenCar Coalition in Las Vegas vorstellen wollten, hat den Support sicher positiv beeinflusst.

Was wir bisher gesehen haben, gefällt uns aber sehr gut! Die Dokumentation ist vollständig und gut geordnet, der Simulator funktioniert ohne größeren Schluckauf.

Mehr Infos zu OpenCar finden Sie auf:
INRIX OpenCar

Wir sind sehr gespannt, wie sich die technologische Entwicklung der einzelnen Player weiter fortsetzt, und wer zukünftig der erfolgreichste Wettbewerber für Google und Apple im Auto sein wird. Auf jeden Fall bleiben wir dran!

Zusammenfassung des Artikels

Für eilige Leser:

  • Google und Apple beherrschen (noch) die App-Welt im Auto. Aber die OEMs steuern mit der Entwicklung von eigenen Lösungen dagegen, denn sie möchten die Displays und Daten nicht einfach aus der Hand geben.
  • Mittlerweile gibt es von den OEMs unterschiedliche Connectivity-Systeme, um die Inhalte und Apps der Smartphones ins Auto zu bringen, wie MirrorLink, mySPIN, Smart Device Link / App Link und OpenCar.
  • MirrorLink vom CCC (u.a. VW, Peugeot und Honda) spiegelt das Display per Kabel auf das Autodisplay. Es benötigt nur wenig Modifikation in der App und diese wird originalgetreu dargestellt und läuft perfekt. Die Zertifizierung ist aufwändig und teuer und die Anleitung für die Entwickler etwas verwirrend.
  • mySPIN wurde von Bosch SoftTec für PKW und neuerdings auch als mySPIN for 2-Wheeler für Motorräder entwickelt. Funktioniert mit Android und iOS. Eine mySPIN App lässt sich mit Lenkradtasten oder Motorradtasten gut steuern. Es gibt ebenfalls Regeln zur Gestaltung, das Layout wird auch leicht adaptiert. mySPIN benötigt eine zusätzliche Launcherapp der OEMs.
  • Smart Device Link / AppLink ist eine Open Source Software, die in erster Linie von Ford und Toyota genutzt wird. Kann mit iOS und Android Geräten genutzt werden. SDL-Apps übertragen nicht den Bildschirm des Handys ins Auto, sondern zeigen schlicht gehaltene Dialoge und einfache Grafiken an. Eine Bildschirmübertragung ist für die nächste Version geplant. Leicht zu implementieren.
  • OpenCar (seit 2016 Teil von INRIX) benötigt kein Smartphone, um Apps ins Auto zu bringen. Als Softwareanbieter entwickelt man eine OpenCar App sozusagen nur im Rohbau auf Basis von Javascript und HTML 5. Die App stellt man dann in dieser generischen Form in den OpenCar App Store ein. OEMs wählen die App im Store aus und passen sie dann selbst an das eigene Design an.
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